Leistenbruchoperation

Ich biete alle derzeit etablierten Operatiosmethoden - laparoskopisch oder mit Leistenschnitt - an und lege großen Wert darauf, für jeden Patienten die jeweils beste Methode anzuwenden.

  • Operation nach Lichtenstein
  • TAPP (TransAbdominalPreperitoneal HernioPlasty)
  • Operation nach Shouldice
  • Operation nach Bassini

Operation nach Lichtenstein:

Diese Methode wurde 1987 von einem Chirurgen aus den USA namens Lichtenstein entwickelt und verstärkt die Leiste unter Verwendung eines Kunststoffnetzes. Diese Methode wird vor allem dann angewandt, wenn das Gewebe in der Leiste schwach ist oder die Bruchlücke sehr groß ist. Die Rezidivgefahr (= Wiederauftreten des Bruchs trotz Operation) liegt bei dieser Methode unter 1 %. Die Rekonvaleszenz beträgt etwa 3 Wochen.

TAPP (TransAbdominalPreperitoneal HernioPlasty):

Die TAPP ist ein laproskopisches Verfahren, bei welchem - ähnlich wie bei der laparoskopischen Gallenblasenoperation - über 3 kleine Löcher im Nabelbereich und auf Höhe des Nabels, also ohne Leistenschnitt operiert wird. Von innen wird der Bruch unter Verwendung eines Kunststoffnetzes überdeckt und die Leiste somit verstärkt. Neben der raschen Rekonvaleszenz von 2-3 Wochen spricht auch das kosmetische Ergebnis für diese Methode. Vor allem bei beidseitigem Vorliegen eines Bruchs oder bei einem Leistenbruchrezidivs (Wiederauftreten eines Bruchs trotz Operation) ist diese Methode ideal.

Operation nach Shouldice:

Diese Methode wurde 1945 von einem Chirurgen aus Kanada namens Shouldice entwickelt und beruht auf dem Prinzip, die Lücke in der Leiste durch spezielles Zusammennähen der einzelnen Bauchwandschichten zu decken. Diese Methode erfordert ein relativ gesundes Gewebe und kommt daher vor allem bei jungen Patienten zur Anwendung. Die Rekonvaleszenz beträgt etwa 3-4 Wochen.

Operation nach Bassini:

Diese im Jahre 1890 von einem Chirurgen in Italien namens E. Bassini beschriebene Methode war fast 100 Jahre der goldene Standard. Erst in den letzten Jahren hat man erkannt, dass die Langzeitergebnisse nicht so gut sind und kommt von diese Operationsmethode eher ab.

Häufige Fragen und Antworten

Ist bei der Leistenbruchoperation immer eine Vollnarkose notwendig?

Nein, man kann fast immer auch einen Kreuzstich (Spinalanästhesie) durchführen oder die Operation eventuell sogar in Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung) durchführen. Ausgenommen davon ist die TAPP, bei welcher immer eine Vollnarkose notwendig ist.

Sind Kunststoffnetze gefährlich?

Nein, denn die Materialien, aus welchen sie hergestellt werden, sind teilweise seit vielen Jahren bei Menschen ohne Komplikationen in Verwendung (z. B. als Gefäßprothesen).

Kommt es bei der Operation zu großen Blutverlusten?

Nein, der Blutverlust bei einer Leistenbruch-Operation ist vernachlässigbar gering. Der mögliche Einsatz von Blutkonserven ist fast immer auszuschließen.

Wie lange ist der Krankenhausaufenthalt?

Dies hängt von vielen Faktoren ab (Alter des Patienten, Größe des Bruchs, Operationsmethode, Narkosemethode,...), durchschnittlich muss man mit 3-5 Tagen rechnen.

Wann werden die Nähte entfernt?

Meist nach 7-10 Tagen, in der Regel bereits beim ersten Ordinationsbesuch nach der Entlassung.

Wann darf man duschen?

Einen Tag nach der Nahtentfernung ist Duschen möglich, ein Vollbad frühestens eine Woche nach der Nahtentfernung.

Ist Sport nach einer Leistenbruchoperation möglich?

Prinzipiell ist Sport nach einer Leistenbruchoperation möglich und sogar gesund. Durch Bewegung wird die Durchblutung im Bereich der Wunde erhöht und der Abheilvorgang beschleunigt. 2-3 Wochen nach einer Leistenbruchoperation sind Ausdauersportarten in Maßen erlaubt (Wandern, Laufen, Schwimmen, Rad fahren). Nach 4-5 Wochen sind meist alle Sportarten wieder möglich.